• Im Rahmen einer Meisterarbeit wurde der Kartoffelanbau unter praxisnahen Bedingungen untersucht. Ziel der Arbeit war es, den Einfluss von Sorten, Saatstärken und Biostimulanzien auf Ertrag, Qualität und Wirtschaftlichkeit zu analysieren. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Einsatz von Karrikin, einem aus Bambusrauch gewonnenen biologischen Pflanzenstärkungsmittel.

    Die Ergebnisse liefern wertvolle Hinweise darauf, wie Karrikin zur Stabilisierung von Beständen und zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit im Kartoffelanbau beitragen kann.

  • Was ist Karrikin

    Karrikin ist ein rein biologisches Biostimulans, das durch die Destillation von Bambus gewonnen wird. Der Wirkungsansatz orientiert sich an natürlichen Prozessen nach Waldbränden, bei denen Rauchsignale das Pflanzenwachstum und Regenerationsmechanismen aktivieren.

    Karrikin ist kein Dünger und kein Pflanzenschutzmittel. Es wirkt ausschließlich über die Aktivierung pflanzeneigener Prozesse im Boden und in der Pflanze.

Wirkungsansatz von Karrikin im Versuch

Im Versuch wurde Karrikin in Kombination mit dem huminsäurebasierten Produkt Bagira eingesetzt. Die Applikation erfolgte zweimal während der Vegetationsperiode mit jeweils 1 l/ha.

Laut Meisterarbeit soll Karrikin folgende Effekte haben:

  • Stimulation des Pflanzenwachstums
  • Verbesserung der Nährstoffaufnahme und Nährstoffverwertung
  • Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegenüber abiotischem Stress wie Hitze, Trockenheit und Hagel
  • Förderung des Bodenlebens sowie der Enzymaktivität
  • Aktivierung pflanzlicher Abwehrmechanismen

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Beobachtete Vorteil von Karrikin im Versuch

  • Verbesserte Planzenvitalität unter Stress

    Im Versuchsjahr kam es zu mehreren Stressereignissen wie Frost, Hagel und Hitzeperioden. Die mit Karrikin behandelten Parzellen zeigten eine deutlich schnellere Regeneration nach Hagelereignissen sowie insgesamt vitalere Bestände im Vergleich zu unbehandelten Varianten.

    Diese Beobachtungen deuten darauf hin, dass Karrikin die Stressresistenz der Kartoffelpflanzen positiv beeinflusst hat.

  • Positive Effekte auf Wachstum und Bestandsentwicklung

    In Kombination mit Bagira führte der Einsatz von Karrikin zu:

    • schnellerem Reihenschluss
    • kräftigerem Krautwachstum
    • homogeneren Beständen in kritischen Entwicklungsphasen

    Ein schneller Reihenschluss ist besonders relevant, da er die Konkurrenzkraft gegenüber Unkraut erhöht und die Photosyntheseleistung der Pflanzen verbessert.

  • Ertrags- und Sortierungsvorteile

    Die Ertragsauswertung der Meisterarbeit zeigt:

    • Mehrerträge von bis zu 5 bis 6 Prozent gegenüber unbehandelten Parzellen
    • eine deutliche Verschiebung hin zu höheren Kalibern über 50 mm
    • einen höheren Marktwert der Ernte, auch wenn der Gesamtertrag nicht immer stark anstieg

    Gerade für die Pommesproduktion ist der Anteil großkalibriger Knollen entscheidend. Karrikin konnte hier indirekt zu einer wirtschaftlich attraktiveren Sortierung beitragen.

  • Wirtschaftlicher Nutzen

    Wirtschaftlicher Nutzen

    Trotz der vergleichsweise hohen Kosten von Karrikin mit etwa 45 Euro pro Liter konnte im Versuch:

    • der Deckungsbeitrag je Hektar gesteigert werden
    • in einzelnen Varianten ein Mehrerlös von mehreren hundert Euro pro Hektar erzielt werden
    • dies ohne zusätzlichen Arbeits oder Maschinenaufwand

    Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass sich der Einsatz von Karrikin unter den gegebenen Bedingungen wirtschaftlich gelohnt hat, insbesondere bei einem ausreichenden Erzeugerpreis.

aufgetretene Einschränkungen

Ein erwarteter Effekt, die vergrämende Wirkung auf den Kartoffelkäfer, konnte im Versuch nicht bestätigt werden. Zwischen behandelten und unbehandelten Parzellen zeigten sich hier keine signifikanten Unterschiede.

Der Nutzen von Karrikin liegt somit klar in der Pflanzenstärkung und nicht in der direkten Schädlingsbekämpfung.

Gesamtfazit zu Karrikin

Die Meisterarbeit zeigt, dass Karrikin:

  • vor allem als Pflanzenstärkungsmittel unter Stressbedingungen überzeugt
  • indirekt zu höherer Ertragsstabilität und besserer Sortierung beiträgt
  • in Kombination mit huminsäurebasierten Produkten wie Bagira besonders wirksam ist
  • unter praxisnahen Bedingungen wirtschaftlich sinnvoll eingesetzt werden kann

Der Autor bewertet Karrikin insgesamt positiv, empfiehlt für die Praxis jedoch eine reduzierte Aufwandmenge von 0,5 l/ha sowie weitere Versuche zur Absicherung und Feinabstimmung der Ergebnisse.

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