Die Wälder Mitteleuropas stehen unter zunehmendem Druck. Krankheiten wie das Eschentriebsterben und das Ulmentriebsterben sowie klimabedingt begünstigte Massenvermehrungen des Borkenkäfers führen zu erheblichen Schäden in Laub- und Mischwäldern. Längere Trockenperioden, Hitze und wiederholte Stressjahre schwächen die Vitalität vieler Baumarten zusätzlich.
Vor diesem Hintergrund rücken neue, ergänzende Ansätze im Waldschutz in den Fokus – insbesondere solche, die nicht auf reine Bekämpfung oder Fällung setzen, sondern auf die Stärkung der natürlichen Regenerationsfähigkeit der Bäume.
Eschentriebsterben in Deutschland: flächendeckende Herausforderung
Das Eschentriebsterben (ETS), verursacht durch den Pilz Hymenoscyphus fraxineus, zählt zu den gravierendsten Baumkrankheiten der vergangenen Jahrzehnte. In Bayern wie auch in anderen Regionen Deutschlands sind inzwischen nahezu alle Eschenbestände betroffen. Gesunde, symptomfreie Eschen sind vielerorts zur Ausnahme geworden.
Typische Symptome des Eschentriebsterbens sind absterbende Triebe, Kronenverlichtung sowie die Ausbildung sogenannter Sekundärtriebe im Inneren der Krone. In fortgeschrittenen Stadien verlieren die Bäume zunehmend an Stabilität und Vitalität, was sie anfällig für weitere Schadfaktoren macht.

Forstliche Fachstellen weisen darauf hin, dass klassische Maßnahmen – etwa vorzeitige Entnahme geschädigter Bäume – zwar Sicherheitsrisiken reduzieren, jedoch keine nachhaltige Perspektive für den Erhalt der Esche als Baumart bieten. Vor dem Hintergrund des Klimawandels wird daher verstärkt nach ergänzenden Lösungsansätzen gesucht.
Praxisversuch an der Strogen bei Salmannskirchen
Vor diesem Hintergrund wurde im Bereich des Bachlaufs der Strogen bei Salmannskirchen/Tal ein kleiner Praxisversuch durchgeführt. Ziel war es zu prüfen, ob eine biologische Behandlung die Vitalität bereits vom Eschentriebsterben betroffener Bäume positiv beeinflussen kann.
Hierfür wurden vier eindeutig vom Eschentriebsterben betroffene Eschen ausgewählt. Jede dieser Eschen erhielt einmalig rund 40 Liter Gießwasser, angereichert mit einer 3-Promille-Zugabe des biologischen Pflanzenstimulators Karrikin (Bambus-Destillat) von deNatura. Die Ausbringung erfolgte bodennah im Wurzelbereich.
Bereits relativ kurze Zeit nach der Behandlung konnten sichtbare Veränderungen festgestellt werden:
- Zunahme der Blattmasse
- kräftigere Belaubung
- erhöhter Chlorophyllanteil
- insgesamt vitalerer Kronenaufbau
Auf den begleitenden Bildaufnahmen sind die behandelten Eschen klar erkennbar. Vereinzelt sind noch abgestorbene Äste sichtbar, die aus der Zeit vor der Behandlung stammen und den früheren Krankheitsverlauf dokumentieren.

Weitere behandelte Eschen bei Wifling
Zusätzlich wurden weitere vom Eschentriebsterben betroffene Eschen in einem Waldstück bei Wifling behandelt. Das Waldgebiet gehört Rainer Mehringer, Vorstand und Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung Erding (WBV Erding).
Auch bei diesen Eschen zeigt sich nach der Behandlung ein deutlich verbesserter Zustand. Die Bäume präsentieren sich heute mit geschlossener Belaubung und vitalem Gesamteindruck, ohne ausgeprägte Symptome eines aktiven Eschentriebsterbens.
Fachliche Einordnung der Begutachtung
Am 29.10.2025 wurden die behandelten Eschen im Schulwald der Waldbesitzervereinigung Erding vor Ort begutachtet. Die Begutachtung erfolgte durch Peter Kellner, Vertreter der Waldbesitzervereinigung Erding w. V.
Zum Zeitpunkt der Begutachtung zeigten die markierten Eschen einen überwiegend vitalen Zustand. Die Kronen waren vollständig belaubt, die Triebe bis zur vordersten Knospe ausgebildet. Bei der Mehrzahl der untersuchten Bäume konnten keine typischen Anzeichen eines aktiven Eschentriebsterbens festgestellt werden.
Die ursprüngliche Unsicherheit darüber, ob alle begutachteten Eschen vor rund 1,5 Jahren tatsächlich vom Eschentriebsterben betroffen waren, wurde im Nachgang geklärt. Rainer Mehringer, Vorstand und Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung Erding sowie Eigentümer des Schulwaldes, bestätigte, dass alle markierten Bäume vor der Behandlung entsprechende Symptome aufwiesen.
Peter Kellner fasst seine Beobachtungen wie folgt zusammen:
„Mein Geschäftsführer Rainer Mehringer hat bestätigt, dass vor rund 1,5 Jahren alle markierten Eschen vom Eschentriebsterben betroffen waren. Bei der Begutachtung am 29.10.2025 konnte ich an keiner der behandelten Eschen Anzeichen eines aktiven Eschentriebsterbens feststellen. Vor diesem Hintergrund liegt die Schlussfolgerung nahe, dass die Behandlung mit Karrikin maßgeblich zur Regeneration der Bäume beigetragen hat.“
– Peter Kellner, Waldbesitzervereinigung Erding w. V.
Mehr zum Thema:
https://youtu.be/
