Bio-Anbau in Baden-Württemberg: Nachfrage wächst, Flächen nicht - deNatura

Bio-Anbau in Baden-Württemberg: Nachfrage wächst, Flächen nicht

Der Bio-Markt in Deutschland wächst, die heimische Erzeugung jedoch hält nicht mit. Das zeigt eine aktuelle Berichterstattung des SWR, die Expertenstimmen aus Landwirtschaft, Umweltschutz und Anbauverbänden zusammenführt.

Laut dem Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) greifen rund 90 % der Generation Z zu Bio-Produkten. Baden-Württemberg liegt dabei über dem Bundesschnitt. Die Menschen im Südwesten konsumieren etwa 17 % mehr Bio als der Rest Deutschlands. Gleichzeitig werden nur rund 15 % der landwirtschaftlichen Flächen ökologisch bewirtschaftet, was weit vom Landesziel von 30-40 % bis 2030 entfernt ist.

Die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage ist erheblich. Bei Getreide und Gemüse deckt die regionale Bio-Erzeugung nur etwa die Hälfte des Bedarfs. Bei Eiern liegt die Nachfrage fast dreimal so hoch wie das Angebot, bei Milch und Fleisch rund 50 % davon.

Warum steigen nicht mehr Betriebe um?

Christoph Schramm vom BUND Baden-Württemberg nennt als Hauptgrund den geschrumpften Preisunterschied zwischen ökologischer und konventioneller Erzeugung. Hinzu kommen bürokratische Hürden. Die neue EU-Weidepflicht etwa hat dazu geführt, dass rund 10 % der deutschen Öko-Milchviehbetriebe ihre Zertifizierung aufgegeben haben. Davon besonders betroffen sind kleinere Höfe in Süddeutschland.

Christoph Zimmer von Bioland Baden-Württemberg weist zudem darauf hin, dass ökologisch wirtschaftende Betriebe gesellschaftlich wertvolle Leistungen erbringen. Sie schützen die Biodiversität, reduzieren Pflanzenschutzmittel und entlasten das Grundwasser. Diese Leistungen verschlechtern jedoch ihre Wettbewerbsposition, weshalb ein finanzieller Ausgleich über die Förderung notwendig sei.

Das Landwirtschaftsministerium prüft derzeit eine Erhöhung der Hektarprämie für Öko-Betriebe. Klar ist, dass der Umstieg auf biologischen Anbau nur gelingt, wenn Landwirtinnen und Landwirte ihn auch wirtschaftlich tragen können und mit verlässlicher Förderung, fairen Erzeugerpreisen und praxistauglichen Betriebsmitteln, die Erträge sichern, ohne den ökologischen Standard zu gefährden.

Bild: mit Hilfe von KI erstellt

Textgrundlage: Susanne Veil, SWR

Hier geht es zum Original-Artikel des SWR

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